Nachdem ich Mitte Januar endgültig die Zelte in Berlin abgebrochen hatte, konnte das große Abenteuer endlich beginnen – meine erste Langzeitreise. Bislang war ich nie länger als 4 Wochen unterwegs, nun könnte ich theoretisch unbegrenzt lange reisen. Dass ich das, zumindest vorerst, nicht vorhabe, habe ich ja im letzten Blogeintrag geschrieben. Dennoch, allein die Möglichkeit ist schon etwas Besonderes.

Reisfeld im Ebro-Delta in Spanien

Der eigentliche Plan ist ja, dass ich im Winterhalbjahr reise und im Sommerhalbjahr grundsätzlich in Deutschland sein werde. Da ich in diesem Jahr die erste Hälfte des Reisezeitraums bereits verpasst hatte, bleiben also nur noch knapp 3 Monate. Hierfür habe ich mir vorgenommen, Spanien zu bereisen und das mit einem lange geplanten Verwandtenbesuch zu verbinden.

Im winterlichen Deutschland

So machte ich mich also Mitte Januar auf den Weg in Richtung Süden. Das Wetter in Deutschland zu der Zeit war eine vortreffliche Starthilfe. Ich hatte keine Lust mehr auf Kälte! Auf kürzestem Weg bin ich von Thüringen aus aufgebrochen. Mautstraßen hatte ich bei der Planung ausgeschlossen. Das war vor allem für Frankreich relevant. Tatsächlich aber, da ich ohnehin nur 100 km/h als übliche Reisegeschwindigkeit habe, war das kein Problem. Die andere selbstgewählte Rahmenbedingung war, dass ich keine allzu langen Fahrtage machen wollte, da ich diese Fritzi nicht zumuten wollte.

Das hat für den ersten Tag nicht ganz geklappt, da ich möglichst schnell durch Deutschland durch sein wollte, weil die Wetterprognosen sehr winterlich waren. Möglichem heftigen Schneefall oder Eisregen wollte ich unbedingt aus dem Wege gehen. So fand ich mich am ersten Abend bereits an der deutsch-französischen Grenze wieder.

Sonnenuntergang im Delta des Ebro

Auch durch Frankreich ging es ziemlich zügig, ohne zu hetzen. Spätestens in Spanien dann, als ich dort den ersten Übernachtungsspot im Ebro-Delta ansteuerte, hatte mich das Reisen wieder voll gefangen genommen. Dort fand ich alles, was mir bei dieser Art des Reisens wichtig ist, schöne Landschaften und stressfreie Übernachtungsmöglichkeiten abseits von Trubel und Campingplätzen.

Denia, direkt am Mittelmeer gelegen, war das erste und auch das einzige festgeplante Ziel der Reise, da ich dort Verwandte besuchen wollte. Denia bietet allen Freunden von Meer, Bergen und Natur alle Möglichkeiten auf engem Raum. Ich habe die Zeit dort genossen, bis es dann nach 10 Tagen dort weiterging. Und damit das eigentliche Langzeitreisen erst begann.

Blick auf Denia

Was ist es, was diese Form des Reisens so besonders macht? Bislang war es so, dass ich innerhalb eines definierten Zeitraumes diese und jene Dinge bereisen, sehen oder unternehmen wollte. Daraus ergab sich automatisch eine Struktur. Für mich ist das Neue nun vor allem, dass das Reisen zum Selbstzweck wird. Es gibt keine festen Ziele (außer vielleicht ganz groben), es gibt keine Aufgaben, die es zu erledigen gilt. Es gibt keine vorgegebene Struktur für einen Tag – alles kann, nichts muss. So seltsam es klingen mag, das ist wohl etwas, an das man sich gewöhnen muss. Ich bin gespannt, wie sich diese neue Form des Reisens, ja des Lebens, anfühlen wird.

Aufgewühltes Mittelmeer in Denia

Wer diese erste Reise mit meinen Erlebnissen und ganz vielen Bildern verfolgen möchte, kann dieses bei Polarsteps tun, wo ich diese dokumentiere.